Eine aktuelle Studie (Link zum Artikel) zeigt jedoch, dass ihr Erfolg entscheidend davon abhängt, wie sie gestaltet werden.
Die Autorinnen zeigen, dass Frauen je nach Karrierestufe ganz unterschiedliche Erwartungen an Netzwerke haben: Während Berufseinsteigerinnen vor allem den Austausch mit Gleichgesinnten und gegenseitige Unterstützung suchen, stehen für Frauen in der mittleren Karrierephase der Zugang zu erfahrenen Führungskräften und der Umgang mit der oft hohen Belastung durch Care-Arbeit im Vordergrund. Frauen in Führungspositionen orientieren sich stärker an etablierten, häufig männlich geprägten Netzwerkpraktiken und geben ihre Erfahrungen an jüngere Kolleginnen weiter.
Besonders wirksam sind Frauennetzwerke dann, wenn sie echte Interaktion ermöglichen, unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen und gemeinsame Ziele in den Mittelpunkt stellen. Rein symbolische Veranstaltungen oder Formate, die Frauen als homogene Gruppe betrachten oder ihnen vor allem vermitteln wollen, wie sie sich an bestehende Strukturen anpassen können, bleiben dagegen häufig hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Diese Ergebnisse liefern auch wertvolle Impulse für die Aktivitäten der DGG. Formate der Jahrestagung wie das Meet & Greet Frühstück für Geophysikerinnen oder die Diskussionen im Anschluss an die Special Session bieten Raum für persönlichen Austausch, neue Kontakte und gemeinsame Initiativen. Damit solche Netzwerke langfristig Wirkung entfalten können, sind sie jedoch auf die aktive Mitgestaltung und die Themen aus der Gemeinschaft angewiesen.
Für das Komitee Chancengleichheit der DGG,
Daniela Kühn, Stefanie Donner und Katrin Hannemann