Dachverband der Geowissenschaften

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Mineral des Jahres 2026: Gips

Die Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie e.V. (VFMG) hat Gips als Mineral des Jahres 2026 gewählt.

Gips ist ein seit mehreren Jahrtausenden bekanntes Material. So wurde Gips bereits in der Jungsteinzeit als Baumaterial, später in der Dekoration oder in der Medizin verwendet.
Wie hoch die Relevanz von Gips ist, zeigt sich darin, dass Gips- und Anhydritgestein, welche zu großen Teilen aus dem Mineral Gips bestehen, bereit vor einigen Jahren zum Gestein des Jahres 2022 gewählt wurde. 

Das monoklin kristallisierende Mineral Gips besteht aus Calcium, Schwefel, Sauerstoff und kristallinem Wasser (CaSO4·2 H2O). Dieses enthaltene Kristallwasser ist einer der wesentlichen Gründe für die bis heute anhaltende, weit verbreitete Verwendung von Gips. Daraus resultiert seine Fähigkeit, unendlich oft wieder aufbereitet werden zu können. So wird dem Grundmaterial Gips etwa drei Viertel seines Wassers entzogen um, z.B. den uns bekannten, Gips aus dem Baumarkt zu erhalten.  Diesem Gips wird anschl. wieder Wasser zugeführt, bevor wir ihn weiterverarbeiten können. Später, wenn der verarbeitete Gips zur Entsorgung ansteht, wird er dem Kreislauf wieder zugeführt, gebrannt, gemahlen und erneut verpackt. Dass Gips als quasi unbrennbar gilt, ist ein weiterer Grund für seine Beliebtheit.

Aus mineralogischer Sicht ist der Gips ein interessantes Mineral, bildet er doch oft attraktive Kristalle, von Millimeter- bis Metergröße. Die größten bekannten Kristalle bis ca. 15 Meter Länge wurden in Naica (Mexiko) gefunden. Kleinstkristalle bilden sich in in fast allen Gesteinsarten bis hin zu Verhüttungsschlacken.

Bild: Mehrfarbige Gipskristalle bis 5cm aus Sangerhausen / Sachsen-Anhalt, Slg. & Foto F. Sauer

 

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