Dachverband der Geowissenschaften

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Geotop des Monats November: Glazialschollen präquartärer Sedimente der Greifswalder Oie

Die nur ca. 0,6 km2 große Greifswalder Oie liegt in der südlichen Ostsee und ist den größeren Inseln Rügen und Usedom vorgelagert. Besonders am aktiven SE-Kliff der Insel sind in der sehr gut aufgeschlossenen pleistozänen Schichtenfolge eine ungewöhnliche Vielzahl eingelagerter präpleistozäner Schollen sowie mannigfaltige syn- bis postsedimentäre Deformationsformen (Belastungsmarken, Verfältelungen, diapirartige Injektionen, Schuppen, Falten, Scherbahnen etc.) auf engstem Raum zu beobachten. Die älteren, jurassischen, kretazischen und tertiären Ablagerungen stammen ursprünglich von der östlich der Insel gelegenen Antiklinalstruktur des Pommerisch-Kujawischen Walls. Sie belegen eine abwechslungsreiche geologische und tektonische Entwicklung im Bereich der heutigen Pommerschen Bucht. Insbesondere untereozäne, karbonatisch zementierte Aschetuffe, die als sogenannte Zementsteine in Schollen oder als Geschiebe vorkommen, ermöglichen Rückschlüsse auf Transport- und Sedimentationsbedingungen vulkanischer Förderprodukte. Diese wurden im Zusammenhang mit Riftprozessen vor ca. 55 Mio. Jahren im Nordatlantik gebildet. Die basaltischen Aschen sind in Jütland (Dänemark) und in angrenzenden Gebieten der Nordsee sowie in Norddeutschland verbreitet. Reliktisch sind sie sogar aus den österreichischen Alpen bekannt.

Quelle: DGGV

Die Fachsektion der DGGV stellt jeden Monat ein neues Geotop vor - die Geotope der letzten Monate finden Sie im Archiv unter https://www.dggv.de/fachsektionen/fachsektion-geotope-und-geoparks/geotop-des-monats/archiv.html

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