Das wissenschaftliche Programm spannte einen weiten Bogen über zentrale Themen moderner Geophysik. Ergänzend zu den etablierten Themenbereichen wurden vier Schwerpunkte gesetzt: Strukturen und Prozesse in der tiefen Erde, Exploration für eine nachhaltige Zukunft, Künstliche Intelligenz, Modelle und Big Data sowie Geophysik in Polar- und Eisregionen. Diese Themen spiegeln zugleich wichtige Forschungsfelder am Standort Münster wider.
Zu den wissenschaftlichen Höhepunkten zählten die Plenarvorträge von Adrian van Kan (Texas A&M University / Universität Münster) zur Dynamik des Erdinneren, Thomas Kohl (KIT) zu geophysikalischen Perspektiven nachhaltiger Exploration sowie Angelika Humbert (Alfred-Wegener-Institut) zu geophysikalischen Fragestellungen in Polar- und Eisregionen. Ein besonderer Publikumsmagnet war auch der öffentliche Abendvortrag von Torsten Dahm (GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung) über mögliche zukünftige Aktivitäten der Eifelvulkane.
Neben dem wissenschaftlichen Programm bot die Tagung zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch und zur Vernetzung. Dazu gehörten unter anderem eine Special Session zur Chancengleichheit, ein Meet-and-Greet-Frühstück für Wissenschaftlerinnen, eine Diskussionsveranstaltung zu „Predatory Journals“, ein studentischer Abend sowie der traditionelle Gesellschaftsabend der DGG. Eine Firmenausstellung mit über zwanzig beteiligten Unternehmen unterstrich zudem die enge Verbindung zwischen akademischer Forschung und geowissenschaftlicher Praxis.
Im Rahmen der Tagung zeichnete die DGG außerdem herausragende wissenschaftliche Leistungen aus. Die Ehrenmitgliedschaft erhielt Prof. Dr. Jürgen Fertig (ehem. TU Clausthal), die Emil-Wiechert-Medaille ging an Dr. Johannes Schweizer (NORSAR, Norwegen), und der Günter-Bock-Preis wurde an Dr. Wiebke Mörbe (LIAG – Institut für Angewandte Geophysik, Hannover) verliehen. Darüber hinaus wurden Preise für die besten studentischen Vorträge und Poster vergeben.
Die Themen der Jahrestagung verdeutlichen die enge Verzahnung der Geophysik mit anderen geowissenschaftlichen Disziplinen – von der Erforschung der tiefen Erde über Fragen der Energie- und Rohstoffexploration bis hin zu datengetriebenen Methoden und der Untersuchung sensibler Klimaregionen. Als Trägergesellschaft im Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo) versteht sich die DGG daher als Teil eines starken geowissenschaftlichen Netzwerks, das den interdisziplinären Austausch fördert.
Bild: Blick in die begleitende Ausstellung der DGG-Jahrestagung, M. Halisch
