Der weiterentwickelte MINT-Aktionsplan+ der Bundesregierung setzt genau hier an und bietet wichtige Hebel für unsere Arbeit durch stärkere Vernetzung, längere Förderzyklen und einen klaren Fokus auf Nachhaltigkeit.
Um zu verstehen, wie Geo-Bildung in Deutschland wirkt, haben wir die Ergebnisse der Bundesländer bei der Deutschen Olympiade der Geowissenschaften analysiert. Die Frage: Korrelieren die Erfolge der Jugendlichen mit dem Anteil geowissenschaftlicher Inhalte in den jeweiligen Lehrplänen?
Das Ergebnis: Es gibt nur eine schwache Korrelation. Reine Lehrplanvorgaben garantieren keinen Erfolg. Viel entscheidender für Spitzenleistungen und Begeisterung sind nachweislich:
1️⃣ Engagierte Lehrkräfte und Schulleitungen, die Freiräume nutzen und Wettbewerbe aktiv fördern.
2️⃣ Die Dichte an außerschulischen Bildungsangeboten in einer Region, die theoretisches Wissen erlebbar machen.
Was bedeutet das für den MINT-Aktionsplan+?
Diese Daten bestätigen die Stoßrichtung des Aktionsplans, zeigen aber auch die Schwachstellen auf:
- Das positive Signal: Die Förderung regionaler MINT-Cluster ist der richtige Weg, um Schulen und Geo-Lernorte zusammenzubringen. Längere Förderzeiträume sichern diese Strukturen ab.
- Der Nachbesserungsbedarf: Wir befürchten, dass Bundesmittel weiterhin vorrangig in etablierte Großprojekte fließen und kleinere, regionale Geo-Akteure oft leer ausgehen. Zudem geht der Plan das Kernproblem des MINT-Lehrkräftemangels nicht an. Doch ohne motivierte Lehrkräfte fehlt das entscheidende Bindeglied, um Jugendliche für solche Angebote und Wettbewerbe zu gewinnen.
Fazit:
Lehrpläne sind wichtig, aber die Praxis lebt vom Engagement vor Ort. Der MINT-Aktionsplan+ schafft ein stabileres Fundament. Damit die Wirkung in der Breite ankommt, muss die Unterstützung jedoch direkter und unbürokratischer an der regionalen Basis und bei den Lehrkräften ankommen.