Die Fachgesellschaften aus Biologie (VBIO), Chemie (GDCh), Physik (DPG), Mathematik (DMV) und Geowissenschaften (DVGeo) begrüßen die erneuten Bemühungen der Bundesregierung, die Rahmenbedingungen wissenschaftlicher Qualifizierung zu verbessern. Ihre gemeinsame Stellungnahme zu den geplanten Änderungen des Befristungsrechts in der Wissenschaft haben sie beim BMBF eingereicht.
Positiv hervorzuheben ist aus ihrer Sicht insbesondere, dass der aktuelle Referentenentwurf auf eine starre Verkürzung der vorgesehenen Befristungsmöglichkeiten nach der Promotion verzichtet. Dies ist für die Naturwissenschaften und die Mathematik von erheblicher Bedeutung, da wissenschaftliche Selbstständigkeit, Methodenaufbau, Publikationen, internationale Mobilität und Drittmittelanträge oft mehr Zeit benötigen, als frühere Entwürfe vorgesehen hätten.
Ebenfalls begrüßen sie die vorgesehene Mindestvertragslaufzeit von drei Jahren für erste Promotionsverträge, die Ausweitung der Befristungsmöglichkeit für wissenschaftliche Hilfstätigkeiten auf acht Jahre sowie die bessere Berücksichtigung von Familie, Pflege und Krankheit. Diese Elemente können zu mehr Verlässlichkeit beitragen und entsprechen in Teilen bereits guter Praxis an vielen Einrichtungen.
Gleichwohl bleibt der Entwurf aus ihrer Sicht an mehreren Stellen nachbesserungsbedürftig. Besonders wichtig ist, dass schnelle Promotionen nicht faktisch bestraft werden, Postdoc-Regelungen nicht zu starr ausgestaltet werden und drittmittelfinanzierte Forschung sowie Transferprojekte weiterhin rechtssicher möglich bleiben.
Das WissZeitVG kann keine strukturellen Probleme lösen und ersetzt weder eine auskömmliche Finanzierung noch tragfähige Personalstrukturen oder die institutionelle Verantwortung für Karriereentwicklung. Eine Novelle sollte daher mit einer breiteren Strukturreform verbunden werden, die sowohl die Interessen der Einrichtungen als auch die berechtigten Erwartungen von Studierenden, Promovierenden, Postdocs und fortgeschrittenen Nachwuchswissenschaftler/-innen berücksichtigt.
Der DVGeo hatte bereits 2023 unter dem Dach von Wissenschaft-verbindet sowie 2024 gemeinsam mit dem VBIO und der GDCh zu der Modernisierung des WissZeitVG Stellung genommen.