Prof. Michael Dietze von der RWTH Aachen gab zunächst Einblicke in die geologischen Grundlagen. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich Wüsten entstehen und wie verschieden alt sie sein können: Während die Sahara in ihrer heutigen Ausprägung erst rund 5.000 Jahre alt ist, besteht die Atacama bereits seit etwa zwölf Millionen Jahren. Auch das Bild von Wüsten als riesigen Sandflächen wurde korrigiert: Nur rund 20 Prozent sind von Sand bedeckt.
Dr. Bettina Wachter vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung zeigte anschließend, mit welchen Strategien Tiere den Herausforderungen von Hitze, Wassermangel und knappem Nahrungsangebot begegnen – von Termiten und Käfern bis zu Oryx-Antilopen und Elefanten.
In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Frage, wann die Sahara wieder grüner werden könnte und welche Folgen der Klimawandel für Wüstenökosysteme haben wird. Eine eindeutige Antwort gibt es darauf bislang nicht. Gerade dies wurde zu einem wichtigen Ergebnis der Veranstaltung: Wissenschaft kann Zusammenhänge erklären, muss aber auch offen benennen, wo Fragen noch nicht abschließend beantwortet sind.
Prof. Alexander Nützel, der das Veranstaltungsformat beider Gesellschaften seit 2021 begleitet, zeigte sich begeistert: „Diese Veranstaltung hat richtig Lust auf Wissenschaft gemacht“.